Alles eine Frage der Farbe?

Wenn man Kinder fragt, woran man einen evangelischen Pfarrer im Gottesdienst erkennen kann, dann kann die Antwort schon mal lauten: „An dem schwarzen Mantel mit dem weißen Schild." Der schwarze Talar gehört in den meisten Gemeinden auch heute ganz selbstverständlich zum evangelischen Gottesdienst dazu. Allerdings ist der schwarze Talar nicht „schon immer“ die einzige Möglichkeit der Gottesdienstkleidung der Pfarrer und Pfarrerinnen gewesen. In den ersten Jahrhunderten der Christenheit gab es keinen Unterschied zwischen den Gewändern des Vorstehers und den Feierkleidern der Gemeinde, beide waren weiß und lang. Erst als das Mönchtum immer mehr Einfluss auf die Kirche gewann, änderte sich dies ganz langsam. Denn in vielen bedeutenden Orden trugen die Mönche schwarze Kutten. Die schwarze Farbe entsprach der Spiritualität des Mönchtums. Sie drückte Verzicht, Weltentsagung, Askese und Buße aus. Die schwarze Kutte wies auch darauf hin, dass ihre Träger sich von der Pracht der Welt zurückgezogen hatten, um sich allein auf das Studieren und Lehren der Bibel zu konzentrieren. Und so blieb das Gewand des Gemeindevorstehers zwar im Gottesdienst weiß, im Alltag jedoch wurde die schwarze Mönchskutte getragen.

Auch im Zeitalter der Reformation blieb die Kleidung der Pfarrer grundsätzlich die Gleiche: im Alltag schwarz und zum Abendmahlsgottesdienst weiß. Aber immer mehr wurde bei den reinen Predigtgottesdiensten (die in der Regel sonntags stattfanden) das damals übliche schwarze „Gelehrtengewandt“ getragen, häufig mit einem weißen Schutzkragen, den man leicht abnehmen und waschen konnte. Später blieb von diesem Kragen nur noch das vordere Stück übrig – eine Art Lätzchen als Schutz vor dem Gelehrtenbart, eben das sogenannte Beffchen (niederländisch Befje = kleiner Kragen).

In der evangelischen Kirche in Deutschland wurde der schwarze Talar für den Gottesdienst erst 1811 durchgesetzt, als der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. den Talar für alle Pfarrer, Richter, Professoren und Rabbiner verbindlich einführte.

Während des 20. Jahrhunderts wandelte sich das evangelische Gottesdienstverständnis allerdings von einer „Vortragsveranstaltung“ wieder hin zu einer Glaubensfeier der Gemeinde. Und so ist die Predigt zwar ein zentrales Gottesdienstelement, daneben empfinden jedoch heute viele evangelische Gemeinden auch die „Sprache“ anderer gottesdienstlicher Symbole, wie z. B. Kerzen, Kanzelbehang, Kleidung etc. als Bereicherung. Deshalb hat die rheinische Landessynode 1987 den weißen Mantel-Talar (Albe) mit Stola in den liturgischen Farben des Kirchenjahres wieder als Gottesdienstgewand zugelassen. Dies wurde ausdrücklich darin begründet, dass sich der Festcharakter des sonntäglichen Gottesdienstes so auch in der liturgischen Kleidung widerspiegeln kann. Denn nach dem Befund der Bibel ist „weiß“ nicht nur Ausdruck von Reinheit und Sündenvergebung (Jes. 1,18), sondern das biblische Wort weiß bedeutet zugleich auch „leuchtend wie das Licht“. Weiß werden Jesu Kleider bei seiner Verklärung (Mt. 17,2). Und nach der Offenbarung werden die Christen in weißen Kleidern einhergehen und vor dem Thron des Lammes stehen, dessen Haupt weiß wie Schnee ist. Und im Gottesdienst können die Anwesenden durch das helle Gewand schon auf den ersten Blick daran erinnert werden, Kinder des Lichts zu sein (Eph. 5,8).

Konkret heißt das: In „einfachen“ Gottesdiensten, bei Beerdigungen und Karfreitag soll der schwarze Talar getragen werden. Bei besonderen Gottesdiensten (z. B. bei Taufe und Abendmahl), an den hohen Feiertagen oder bei Trauungen kann die helle Albe mit Stola getragen werden, um den Festcharakter dieser Gottesdienste zu unterstreichen.

Und übrigens - wenn man Kinder in Skandinavien oder Amerika fragen würde, welche Farbe das Gewand des Pfarrers hat, dann würden sie immer mit „weiß“ antworten, denn hier ist die weiße Albe schon seit langem fester Bestandteil des Gottesdienstes.

Stefanie Eschbach

 

Offener Kirchentreff

Mit dem Anliegen auch „Menschen, die normalerweise nicht so viel mit Kirche zu tun haben, eine unkomplizierte Anlaufstelle zu bieten“, entstand schon im Jahr 1995 die Idee zum Offenen Kirchentreff. Bei einer Tasse Kaffee oder Tee sollten Gespräche über Gott und die Welt stattfinden können, die zum „Reinschauen“ einladen, aber niemand zum Bleiben zwingen.

Anfangs sollte der Offene Treff seine Heimat im Gemeindehaus finden und evtl. zu einem richtigen City-Kirchenprojekt ausgebaut werden. Solche City-Kirchen gibt es im Bereich der Ev. Kirche im Rheinland schon in vielen Städten. Neben dem Cafébetrieb gehören dazu oft auch Programmabende, Beratungsstellen oder eine Kleiderstube. Aber schnell war klar, dass für so ein großes Projekt weder genügend finanzielle Mittel noch Mitarbeitende zu finden waren.

So musste die Idee sich etwas bescheidener im Anbau der Ev. Kirche am Markt einrichten. Dort ist der Offene Kirchentreff heute immer freitags von 10.00 bis 12.00 Uhr geöffnet und hat im Schnitt ca. 20 Gäste in dieser Zeit. Gerade am Markttag machen viele Stammgäste dort gerne eine kleine Pause. Manchmal gibt es auch kleinere Gruppen, die dazu kommen und die nette Atmosphäre und den guten Kaffee (aus fairem Handel) zu schätzen wissen.

Die Mitarbeiterinnen des offenen Kirchentreffs (Damen im „besten Alter“) bemühen sich, einladend auf neue Gäste zuzugehen, ohne jemandem ein Gespräch aufzudrängen. Selbständig organisieren sie sich, den Kirchentreff und die Küche. Und sie schaffen es dabei hin und wieder, kleine Überraschungen und Leckereien aus dem Ärmel zu zaubern.

Ganz wichtig ist allen, dass auch die umliegenden Cafés die Idee des Offenen Kirchentreffs unterstützen und nicht etwa als Konkurrenz empfinden. „Wir finanzieren uns ganz auf Spendenbasis und leben von dem engagierten Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen“, betont Helga Scherer, die den Offenen Kirchentreff seit der ersten Stunde begleitet. Und mit einigem Stolz können die Mitarbeiterinnen darauf hinweisen, dass sie es mit ihrem Einsatz nun immerhin zu einer kleinen, neuen Küchenzeile gebracht haben. „Die neue Küche erleichtert allen das Leben sehr. Jetzt wünschen wir uns nur noch eine ordentliche Kaffeemaschine, die auch mal einen Cappuccino brühen kann und eine schallschluckende Zimmerdecke, denn im Flur ist es manchmal fast zu laut vor lauter fröhlichen Gesprächen.“

Stefanie Eschbach

 

Frauenabendkreis wird Frauenmorgenkreis ...

 Viele, viele Jahre traf sich der Frauenabendkreis unter der Leitung von Frau Ebert mittwochabends im Gemeindehaus zum Diskutieren und Erzählen, zum Lernen und Lachen, zu Ausflügen und Kuchen. Ganz selbstverständlich hat dieser Kreis die Feste und Aktivitäten der Gemeinde unterstützt. Angefangen vom Basar bis hin zum Seniorenadvent waren die Frauen selbstverständlich UND selbständig ein wichtiger Teil des Gemeindelebens.

Entsprechend schwer war es da für alle am Ende des letzten Jahres, dass diese Gemeinschaft sich auflösen sollte, weil Frau Ebert (nach über 36 Jahren !!!) die Leitung des Kreises niederlegte – und sich ganz offiziell „in den wohlverdienten Ruhestand“ begab.

Doch – so lange gewachsene Bande lösen sich nicht so schnell und schon bald trafen sich die Damen wieder im Anbau der Kirche. Aus Abend ... wurde Morgen, aus Mittwoch ... wurde Dienstag – und so wuchs der Frauenabendkreis langsam zu einem Frauenmorgenkreis.

Ab dem neuen Schuljahr wird sich der Kreis zwei Mal im Monat treffen, jeweils von 9.30 Uhr bis 11.00 Uhr, im Anbau der Kirche. Dabei ist der 2. Dienstag im Monat für gemeinsames Frühstückes und Plaudern gedacht. Aber am 4. Dienstag im Monat soll es auch um inhaltliche Themen „zu Gott und der Welt“ gehen. Auch die Mitarbeit an besonderen Gottesdiensten zum Weltgebetstag oder zum 1. Advent und die Unterstützung der Seniorenadventsfeier soll im kleineren Rahmen weitergeführt werden.

Ganz ausdrücklich wünschen sich die Damen, dass der Frauenmorgenkreis offen ist für „Neuzugänge“ – ob nun zum Frühstück, zu bestimmten Themen oder zu dem ein oder anderen Ausflug in die Umgebung.

Am Dienstag, den 13. September geht es ganz offiziell los – und damit jeder weiß, wie, wo und zu welchem Thema man sich gerade trifft, wird es einen kurzen Programmüberblick am Ausgang der Kirche und im Gemeindehaus geben.

Stefanie Eschbach

 


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Gottesdienst in Wipperfürth
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Gottesdienst Kupferberg
Sonntag, 04. März 2012 - 09:30 - 10:30
Gottesdienst in Wipperfürth
Sonntag, 04. März 2012 - 11:00 - 12:00
Gottesdienst in Klaswipper
Mittwoch, 07. März 2012 - 15:00 - 17:00
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